Die Beschwerden zeigen sich unterschiedlich, oft überschneiden sie sich auch.
Scheidentrockenheit
Das Gewebe von Vulva und Vagina fühlt sich trockener an, sowohl beim Sex als auch im Alltag. Das kann sich als Spannungsgefühl bemerkbar machen, manchmal reicht schon längeres Sitzen oder bestimmte Unterwäsche, um es unangenehm zu machen.
Brennen und Jucken
Durch die dünner werdende, trockene Schleimhaut können sich zusätzlich Brennen oder Jucken in der Vagina und im äußeren Genitalbereich bemerkbar machen. Manchmal entstehen durch die Trockenheit auch kleine Mikrorisse im Gewebe, die zusätzlichen Schmerz verursachen können. Manche berichten sogar, dass selbst die Benutzung von Toilettenpapier unangenehm wird. Diese Beschwerden sind keine Kleinigkeit, und du musst sie nicht einfach aushalten, es gibt wirksame Möglichkeiten dagegen.
Schmerzen beim Sex
Weil die Vagina an Elastizität verliert und weniger gut befeuchtet, kann Sex schmerzhaft werden, manchmal begleitet von leichten Blutungen, vor allem danach. Das kann sich stark auf die eigene Sexualität und das Körpergefühl auswirken, bis hin dazu, dass Intimität ganz vermieden wird. Wichtig zu wissen: Regelmäßige sexuelle Aktivität, ob mit Partnerperson oder allein, wird in Studien mit weniger Schmerzen, weniger Reizung und weniger Trockenheit in Verbindung gebracht, vermutlich weil die Durchblutung das Gewebe elastischer hält. Das heißt aber nicht, dass du dich durch Schmerzen durchbeißen solltest, Schmerz ist kein Trainingsreiz, sondern ein Signal, dass etwas Unterstützung braucht.
Erhöhte Infektanfälligkeit
Eine gesunde Vaginalschleimhaut wird von Milchsäurebakterien, den Laktobazillen, geschützt, die einen niedrigen, sauren pH-Wert aufrechterhalten und so schädliche Keime fernhalten. Sinkt der Östrogenspiegel, wird die Schleimhaut dünner, und die Laktobazillen finden weniger Nährboden, wodurch ihre Zahl abnimmt und der pH-Wert steigt. Das macht Infektionen in den Wechseljahren insgesamt wahrscheinlicher. Manche bemerken zusätzlich einen veränderten, etwas gelblichen Ausfluss. Die gute Nachricht: Diesem Mechanismus lässt sich gezielt entgegenwirken, etwa mit Präparaten, die lebende Milchsäurebakterien enthalten und das Gleichgewicht der Vaginalflora unterstützen können.