Der Wirkmechanismus von Mönchspfeffer setzt am Hormon Prolaktin an. Vermutlich über eine Wirkung auf Dopamin-Rezeptoren im Gehirn kann die Pflanze einen erhöhten Prolaktinspiegel senken. Das ist deshalb relevant, weil zu viel Prolaktin den Eisprung unterdrücken kann: Bleibt der Eisprung aus, bildet sich kein Gelbkörper, und es wird entsprechend wenig Progesteron produziert. Im Verhältnis zu Progesteron ist dann zu viel Östrogen vorhanden, ein Zustand, den man relative Östrogendominanz nennt. Senkt Mönchspfeffer nun das erhöhte Prolaktin, kann sich der Eisprung normalisieren und mit ihm auch das Verhältnis von Östrogen zu Progesteron.
In der frühen Perimenopause entsteht eine ganz ähnliche relative Östrogendominanz, allerdings auf einem anderen Weg: Hier bleibt der Eisprung nicht wegen erhöhtem Prolaktin aus, sondern weil die Eizellqualität altersbedingt sinkt und dadurch zunehmend Zyklen ohne Eisprung stattfinden. Die Ursache liegt also nicht an dem Hebel, an dem Mönchspfeffer eigentlich ansetzt. Ob die Pflanze trotzdem hilft, wird zusätzlich mit zwei weiteren, bislang nur vermuteten Effekten begründet: einem möglichen positiven Einfluss auf die Progesteronproduktion selbst und einer leicht phytoöstrogenartigen Wirkung. Deshalb wird Mönchspfeffer oft pauschal als „hormonausgleichend“ bezeichnet, wie genau diese zusätzlichen Effekte in den Wechseljahren konkret ablaufen, ist aber noch nicht abschließend erforscht.