Fünf Pflanzen tauchen besonders häufig auf.
Traubensilberkerze
Die Traubensilberkerze, botanisch Cimicifuga racemosa, gilt als die für die Wechseljahre am besten untersuchte Heilpflanze. Sie wird sogar in aktuellen medizinischen Leitlinien für die Peri- und Postmenopause bei Hitzewallungen und Nachtschweiß genannt, mit dem Status „well established use“ für einen bestimmten Extrakt. Man geht mittlerweile davon aus, dass sie eine zentrale, hormonunabhängige Wirkung im Gehirn hat, die den Dopamin- und Serotoninstoffwechsel beeinflusst, statt direkt hormonell zu wirken. Die Studienlage ist zwar nicht schlecht, aber noch nicht ganz eindeutig, weitere gut durchgeführte, placebokontrollierte Studien werden gefordert. Empfohlen wird meist eine Einnahme von bis zu 40 Milligramm täglich über bis zu sechs Monate ohne ärztlichen Rat. Nebenwirkungen sind selten, mögliche Leberschäden bei Langzeiteinnahme sind bislang nicht abschließend geklärt.
Salbei
Salbei wird traditionell gegen Hitzewallungen und starkes Schwitzen eingesetzt, ihm wird eine schweißhemmende Wirkung zugesprochen. Vermutet wird ein Einfluss auf das Temperaturzentrum im Gehirn und ein Zusammenziehen der Schweißdrüsen, der genaue Wirkmechanismus ist aber noch nicht erforscht. Du kannst Salbei als Tee, Fußbad oder als pflanzliches Arzneimittel aus der Apotheke anwenden. Nebenwirkungen sind selten, in seltenen Fällen sind allergische Reaktionen möglich, bei Epilepsie ist Vorsicht geboten.
Rotklee
Rotklee enthält Isoflavone mit einem leicht östrogenen Effekt und wird vor allem bei Hitzewallungen sowie bei Beschwerden im Intimbereich eingesetzt. In einer Untersuchung besserten sich unter Rotklee vaginale Trockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und eine verminderte Libido deutlicher, als es etwa für Mönchspfeffer in diesem Bereich beschrieben ist. Die langfristigen Effekte von Rotklee sind insgesamt aber noch nicht ausreichend erforscht. Er wird in der Regel gut vertragen, kann aber Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Wichtig: Menschen, die eine Behandlung gegen Brustkrebs oder andere hormonabhängige Tumore erhalten oder erhalten haben, sollten Rotklee nicht einnehmen.
Johanniskraut
Johanniskraut ist gut erforscht und wirksam bei leichten bis mittelschweren Depressionen, weshalb es in den Wechseljahren vor allem bei depressiven Verstimmungen eingesetzt wird. In kleineren Studien wurden auch Linderungen von Hitzewallungen beobachtet, allerdings mit begrenzter Aussagekraft. Wichtig ist die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, besonders mit anderen Antidepressiva und mit hormoneller Verhütung, die noch relevant sein kann, solange die Wechseljahre nicht vollständig abgeschlossen sind. Außerdem führt Johanniskraut zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber UV-Licht. Sprich eine Einnahme deshalb immer ärztlich ab, besonders wenn du bereits andere Medikamente nimmst.
Soja & Isoflavone
Sojabohnen enthalten gleich zwölf verschiedene Isoflavone und gelten als besonders gut untersuchte Phytoöstrogen-Quelle. Es gibt Hinweise, dass Soja-Isoflavone Hitzewallungen lindern können, außerdem werden mögliche positive Effekte auf Knochengesundheit, Blutdruck und Blutzucker diskutiert, wobei die Studienlage hier insgesamt noch recht dünn ist. Isoflavone gelten grundsätzlich als sicher, auch bei längerer Anwendung. Ein Vorteil von Soja gegenüber reinen Nahrungsergänzungsmitteln: Sojaprodukte wie Tofu liefern gleichzeitig Proteine und weitere Nährstoffe, die für die Ernährung in den Wechseljahren ohnehin wichtig sind. Du musst also nicht zwingend zu Kapseln greifen, sondern kannst Soja einfach öfter auf den Teller bringen, wenn du magst.