Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden.
Hormontherapie
Die Hormonersatztherapie, oft mit HRT abgekürzt, ist die am besten untersuchte und wirksamste Behandlung gegen typische Wechseljahresbeschwerden. Sie besteht meist aus einem Östrogen und einem Gestagen; bei Personen ohne Gebärmutter reicht häufig eine Östrogen-Monotherapie, da das Gestagen sonst vor allem die Gebärmutterschleimhaut schützt. Es gibt sie in verschiedenen Darreichungsformen:
- Tabletten und Kapseln: tägliche Einnahme
- Pflaster: werden meist ein- bis zweimal pro Woche gewechselt
- Gel und Nasenspray: ebenfalls regelmäßige Anwendung
- Vaginalring: kann bis zu drei Monate verbleiben
- Lokale vaginale Präparate: wirken gezielt gegen Scheidentrockenheit, ohne den ganzen Körper zu beeinflussen, und kommen meist ohne Gestagen aus
Untersuchungen zeigen, dass eine Behandlung mit Östrogenen die Intensität von Hitzewallungen deutlich verringern kann; außerdem kann sie Schlafqualität und psychisches Wohlbefinden verbessern. Auch bioidentische Hormone, die in ihrer chemischen Struktur den körpereigenen Hormonen entsprechen, kommen zum Einsatz – sie gelten aber laut aktueller Studienlage nicht automatisch als wirksamer oder sicherer als klassisch verordnete Präparate.
Nicht-hormonelle Medikamente
Wenn eine Hormontherapie nicht infrage kommt, etwa bei bestehendem oder früherem Brustkrebs, bestimmten Blutgerinnungsstörungen, unklaren vaginalen Blutungen oder schweren Lebererkrankungen, oder wenn sie schlicht nicht gewünscht ist, gibt es wirksame hormonfreie Alternativen – vor allem gegen Hitzewallungen:
- SSRI und SNRI: bestimmte Antidepressiva, die auf Serotonin und Noradrenalin wirken und Hitzewallungen deutlich reduzieren können; die Wirkung setzt meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen ein
- Gabapentin: ursprünglich gegen Epilepsie und Nervenschmerzen eingesetzt, kann besonders nächtliche Hitzewallungen und den Schlaf verbessern
- Clonidin: eigentlich ein Blutdruckmedikament, wirkt schwächer, aber ebenfalls gegen Hitzewallungen
- Neurokinin-3-Antagonisten (Fezolinetant, Elinzanetant): neuere Wirkstoffe, die direkt am Wärmeregulationszentrum im Gehirn ansetzen und in ersten Studien bei mittelschweren bis schweren Hitzewallungen vielversprechende Ergebnisse zeigen
Welches Medikament infrage kommt, hängt von deinen Beschwerden, Vorerkrankungen und persönlichen Präferenzen ab – alle genannten Wirkstoffe können Nebenwirkungen haben.
Begleitmedikation
Neben der Basisbehandlung kommen je nach individuellem Beschwerdebild weitere Präparate infrage. Bei Kopf- oder Rückenschmerzen können freiverkäufliche Schmerzmittel eine Option sein; ergänzend werden manchmal Vitamin D, Vitamin B12 oder Calcium eingesetzt, wenn ein Mangel vorliegt, etwa zur Unterstützung der Knochen- und Bandscheibengesundheit.
Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin E werden bei Hitzewallungen ergänzend diskutiert, mit bislang eher schwacher Evidenz. Pflanzliche Präparate wie die Traubensilberkerze gelten als am besten untersuchte Heilpflanze bei Hitzewallungen, wenn auch mit nicht ganz eindeutiger Studienlage. Solche Begleitmedikamente können die Basisbehandlung sinnvoll ergänzen, sollten aber ebenfalls ärztlich oder in der Apotheke abgestimmt werden, besonders wegen möglicher Wechselwirkungen.